Donnerstag, 17. November 2011

well done



mit vielen Fragen sind wir gekommen.....



... mit noch mehr Fragen fahren wir wieder...


Abschlussgespräch mit Nick Mercer

Zum Abschluss trafen wir uns mit Nick Mercer in der Jerusalem Chamber zum Vortrag "A Secular Age".
Vortrag und Zusammenfassung der Thesen von Charles Taylor zu Gesellschaft und Glaube.











Unser allerletztes Treffen hatten wir heute mit Nick Mercer, dem Generalvikar der Diözese London. Mit ihm haben wir uns ja schon letzte Woche einmal getroffen und konnten noch die ein paar unserer Fragen klären bzw. sog. Heiße Eisen ansprechen und unsere Erfahrungen aus den bisherigen Treffen Revue passieren lassen.


Sonntagsöffnungszeit: Vor 20 Jahren wurde in England eine große Diskussion über die Sonntagsarbeit geführt. Das Ergebnis war ein Gesetz (Act of 1994), die den Geschäften Zeitfenster für die Öffnung der Geschäfte am Sonntag ermöglichet hat. Mit Ausnahmeregelungen konnte am Sonntag auch längere Zeit das Geschäft geöffnet bleiben. Über die Jahre hinweg hat die Mehrheit der Geschäfte von diesen Ausnahmeregelungen Gebrauch gemacht und an den Sonntagen nahezu durchgehend geöffnet. Aufgrund der Interreligiosität in GB ist der Sonntag nicht mehr alleine der Tag für Gottesdienstbesuche – auch der Samstag und der Freitag sind für Judentum bzw. Islam wichtige Ruhetage. Im Zuge der Säkularisierung war daher die Tendenz vorherrschend, dass man alle Religionen gleich behandeln und keinen speziellen Tag für den Gottesdienst frei geben sollte. Auch die Tatsache, dass nur 4-5% jeden Sonntag in anglikanische Kirchen gehen, hat zur Freigabe des Sonntags beigetragen. Dennoch wird am Wochenende auf Freizeitaktivitäten und die religiösen Bedürfnisse Rücksicht genommen: Es fahren weniger U-Bahnen und Busse. Ein Tag im Jahr ist sogar ganz verkehrsfrei: Am Christtag fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel!
Der Christtag ist für London sogar so wichtig, dass sich die Geschäfte bereits 8 Wochen auf Weihnachten vorbereiten und schon jetzt über die Weihnachtslieder auf und abgespielt werden!! Wir haben uns also wie zu Hause gefühlt ;)

Geschiedene / Wiederverheiratete: Die Entscheidung, ob eine Wiederverheiratung möglich ist, liegt zwar in der Verantwortung des Bischofs, dieser delegiert sie aber an die Priester vor Ort. Somit entscheidet der Pfarrer, ob bzw. wie liturgisch mit einer Wiederverheiratung umgegangen wird. Manche Priester/innen segnen das Paar; in den meisten Fällen findet aber eine „normale“ Hochzeit statt. Aufgrund der Unterschiedlichkeit der Fälle gibt es hier keine einheitliche Regelung.
Komplizierter wird die Sache, wenn einer der Partner ordiniert ist. Hier muss der Bischof eine Erlaubnis geben, wobei die einzelnen Fälle (Priester/in und/oder Partner/in ist geschieden) sehr verschieden sind. Die Erlaubnis des Bischofs wird in diesen Fällen meistens gewährt. Noch komplexer ist die Situation bei jemandem, der gerade in der Vorbereitung auf das Weihesakrament ist. Denn bevor das Sakrament gespendet wird, muss der betreffende Kandidat drei Jahre in einer stabilen Beziehung gelebt haben und eine Erlaubnis des Erzbischofs von Canterbury erhalten. So verschiebt sich von Fall zu Fall der Zeitpunkt der Ordination bzw. der Eheschließung.

Homosexualität: Nick Mercer meint, dass die Debatte über die Homosexualität deshalb so leidenschaftlich geführt wird, weil sie das Tor zur gesamten menschlichen Sexualität öffnet. Seine Methode ist es hier, Integrität in einem Graubereich zu leben. Differenzen in Fragen bzgl. Homosexualität liegen vor allem auf weltweiter Ebene (Lateinamerika, Afrika, England). Dieses Thema ist für Nick Mercer daher nicht vorwiegend ein Problem der Church of England, sondern der Anglikanischen Kirche als Ganzer. Nick Mercer glaubt deshalb nicht, dass diese Frage die Church of England spalten könnte.

Einige Fakten zwischendurch:
- ca. 1.000 Priester/innen in der Diözese London, davon 550 bezahlte im pfarrlichen Dienst, 150 nichtbezahlte im pfarrlichen Dienst und 300 in nicht-pfarrlichen Funktionen (Kirchenleitung etc.)
- daneben Priester/innen und Seelsorger/innen, die von den Pfarren selbst angestellt und bezahlt werden
- über 500 Worship-Communities, ca. 480 Pfarren
- ca. 150 von der Kirche betriebene Schulen
- ca. 200 Priester/innen befinden sich in Ausbildung
- mehr als 150 kategoriale Seelsorgestellen
- auch in der säkularisierten Gesellschaft Londons werden noch immer 90 % mit einem kirchlichen Begräbnis verabschiedet

Finanzierung: 25% der Einnahmen werden aus Verwertung der eigenen Liegenschaften und Finanzen lukriert. Dieser Betrag reicht aus, um die zentrale Administration abzudecken (inkl. Priesterausbildung). Die restlichen Einnahmen kommen aus Abgaben der Pfarren, die aber wieder für die Bezahlung der Gehälter und der Erhaltung der Gebäude der Pfarren verwendet werden. Im Allgemeinen hat die Diözese London keine finanziellen Probleme, allerdings wird in wirtschaftlichen Bereichen auch sehr professionell gearbeitet. Kirchenschließungen und schrumpfende Gemeinden sind eher auf dem Land zu finden. Wie in Österreich sind auch hier Schritte wie Kirchenverkäufe extrem umstritten.

offizielles Video der Diözese London:
http://vimeo.com/dioceseoflondon/commonfund
http://vimeo.com/28613874 (4 min Version)

Im Umgang mit den Medien pflegt der Bischof von London große Zurückhaltung und verzichtet auf persönliche Stellungnahmen. Natürlich behandeln die Zeitung auch hier kirchenbezogene Themen - vgl. Proteste vor der St Paul’s Cathedral -, wobei Nick Mercer die fehlende Sachlichkeit und Kenntnis der Materie kritisiert. Bei den sozialen Unruhen vor einigen Wochen, aber auch bei den Terroranschlägen auf die Londoner U-Bahnen vor einigen Jahren wurde die Rolle der Kirche medial sehr positiv wahrgenommen. Da die Priester ständig vor Ort sind, wurden sie auch als sichtbares Zeichen der Kirche wahrgenommen.


Mittwoch, 16. November 2011

Alpha Course in Holy Trinity Brompton

Gleich um die Ecke vom Imperial-College befindet sich das „Mutterhaus“ von HTB (Holy Trinity Brompton), eine große und einflussreiche Kirche im Zentrum von London (South Kensington). Dort wohnt hauptsächlich die Mittel- und Oberklasse; wenige Menschen mit afrikanischem oder asiatischen Migrationshintergrund. Insgesamt beschäftigt HTB 150 Mitarbeiter/innen, 25 davon sind Priester/innen. Der Alpha-Kurs, eine eigenständige Einrichtung innerhalb von HTB beschäftigt weitere 150 Mitarbeiter/innen. Neben der Kirche in der Brompton Road, gibt es noch zwei weitere Kirchen von HTB in der näheren Umgebung. In den drei Kirchen, finden jeden Sonntag 10 Gottesdienste statt. Bei der Eucharistiefeier wird auf die große Weite der Anglikanischen Kirche eingegangen (in einer Kirche gibt es jeden Sonntag eine anglo-katholische Eucharistiefeier, in den anderen monatlich). Durch die zentrale Lage Londons, ist auch HTB von den Bevölkerungsströmungen betroffen. So verlassen 1/3 der Mitglieder jährlich die Gemeinde, ebenso viele kommen jährlich hinzu.

In der Brompton Road trafen wir Jenny Axtell, verantwortlich für Alpha Europa, und Jago Wynne, hauptamtlicher Priester und Prediger in HTB.






Der Alpha-Kurs von HTB ist keine spezifisch anglikanische Katecheseform, sondern eher eine Methode, um den Menschen den christlichen Glauben näher zu bringen. Über eine Zeitspanne von 10 Wochen und einem Wochenende erhalten die Teilnehmer/innen in 15 Einheiten die für HTB grundlegenden Fragen des christlichen Glaubens beantwortet:

- Einleitungs-Session: Bedeutet Leben mehr?
- Session 1: Wer ist Jesus?
- Session 2: Warum starb Jesus?
- Session 3: Wie können wir glauben?
- Session 4: Warum und wie beten?
- Session 5: Warum und wie die Bibel lesen?
- Session 6: Wie leitet uns Gott?
- Session 7: Wer ist der Heilige Geist?
- Session 8: Was macht der Heilige Geist?
- Session 9: Wie kann ich vom Heiligen Geist erfüllt sein?
- Session 10: Wie kann ich dem Bösen widersagen?
(wurde von uns heute besucht, Gastvortrag:
http://media.htb.org.uk/embed/2034/CF433C/small/watch )
- Session 11: Warum und wie anderen davon erzählen?
- Session 12: Heilt Gott heute?
- Session 13: Was ist mit Kirche?
- Session 14: Wie kann ich das meiste aus dem Rest meines Lebens machen?

Der Ablauf jeder einzelnen Alpha-Kurs-Session ist gleich:
Um 19.00 Uhr gibt es die Möglichkeit, gegen eine vorgeschlagene Spende (£ 5) Abend zu essen. Um 19.30 Uhr beginnt der gemeinsame Lobpreis (Worship) mit den schon bekannten HTB-Liedern.


Nach ca. 20 Minuten folgen einige organisatorischen Ankündigungen und Hinweise für weitere HTB-Veranstaltungen. Danach gibt ein Referent eine Impuls-Predigt von ca. 40 Minuten. Die Referent/innen, die wir bisher gesehen haben, waren alle sehr gut rhetorisch ausgebildet und mit guten Entertainer-Fähigkeiten gesegnet. Bei den Vorträgen wird das jeweilige Thema der Session biblisch (gemeinsames Lesen von ausgewählten Stellen) und lebenspraktisch (Geschichten aus dem Alltag der Vortragenden, z.B. Erlebnisse mit den eigenen Kindern) ausgefaltet. Das Impulsreferat schließt mit einem kurzen Gebet. Danach versammeln sich alle Teilnehmer/innen in ihren Gruppen (ca. 15 Personen) und diskutieren etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde über das Session-Thema.

Die Zuteilung zu den Gruppen übernimmt HTB. Wenn man sich für einen Kurs anmeldet, muss man ein Formular mit Alter etc. ausfüllen und wird entsprechend einer Gruppe zugewiesen. Die daraus resultierende homogene Atmosphäre soll den Teilnehmern ein Gemeinschaftsgefühl geben und helfen, sich zu öffnen und gegenseitig auszutauschen.
Meist werden die Teilnehmer/innen durch Freunde, die andere Freunde mitgebracht/eingeladen. Daneben wird eine große Werbekampagne in Großbritannien durchgeführt, die auch oft kirchenferne bzw. Nicht-Christen anspricht. Zusätzlich kommen noch jene (WIE WIR), die einfach am Modell Alpha-Kurs interessiert sind und als Besucher/innen teilnehmen. Man versucht, die Eintrittsschwelle sehr niedrig zu halten.

Neben dem Alpha-Kurs gibt es mehrere Kleingruppen, die sich regelmäßig zu selbstgewählten Themen treffen und die Erfahrungen aus dem Alpha-Kurs zu vertiefen. Der Ablauf dieser Treffen ist jenem der Alpha-Kurse sehr ähnlich: Essen, Worship, Impuls, Diskussion.
HTB hofft, dass durch diese Gruppen eine Vertiefung im Glauben möglich wird. Dass dies nicht immer funktioniert ist auch HTB klar. Geleitet werden die Gruppen von Ehrenamtlichen; jeweils etwa 12 Leiter/innen werden von einem Hauptamtlichen von HTB begleitet.
Die größte Herausforderung für die Leiter/innen ist es, die Impulse gut vorzubereiten oder Menschen zum Vorbereiten zu animieren. HTB stellt dafür sehr viele Ressourcen zur Verfügung (Themen, Auslegungen von Bibelstellen, bausteinartige Abläufe von Impulsen, etc.).
Zu schauen, wo und wie Menschen ihre Talente einbringen können und sie darin zu bestärken, ist eine permanente Aufgabe für alle bei HTB.
Oft möchten sich Menschen nach einem Alpha-Kurs taufen lassen. Die Taufe findet dann meist vor Beginn eines nächsten Alpha-Kurses statt, um andere Menschen zu ermutigen, diesen Weg zu gehen. Einmal im Jahr findet eine Konfirmationsfeier in HTB statt.
HTB und Alpha arbeiten insgesamt sehr professionell. Die notwendigen Einnahmen kommen großteils von Einzelpersonen, von denen sehr viele monatliche Daueraufträge haben; Firmen unterstützen Projekte.
Alpha ist eine weltweite Organisation , die in vielen Ländern Büros hat, auch in Österreich. Der Alpha-Kurs ist eine geschützte Marke.


Ein Nachtrag zu unserem Gottesdienstbesuch in HTB. Am Sonntag hatten wir uns darüber gewundert, was da draußen denn passiert, wenn am Ende des Gottesdienstes viele Menschen nach vorne gehen, um mit HTB-Mitarbeiter/innen persönlich zu beten. Dabei legen die HTB-Mitarbeiter/innen den Gottesdienstbesucher/innen meist eine Hand auf die Schulter. Hier zu sehr berührenden Szenen kommen, wo auch Tränen fließen. Jago Wynne erklärte uns, dass dadurch die Verbindung des Bibeltextes zum Alltag geschaffen wird. Meist sind es stärkende Gebete oder Segensworte, die die HTB-Mitarbeiter/innen den anderen zusprechen. Wir wurden dabei stark an Beichtgespräche erinnert, und Jago bestätigte uns, dass bei manchen die Sehnsucht nach Versöhnung auf diese Weise beantwortet werden kann.

Video:
http://www.youtube.com/watch?v=GLR_1NFvFv4&feature=player_embedded#t=39s

Imperial College Chaplaincy





Das Imperial College London beherbergt neben einzelnen Kunst-Fakultäten vor allem naturwissenschaftliche Fakultäten (gegründet 1907; ca. 14.000 Vollzeit-Studierende; Betreuungsverhältnis von 12:1,1; Studierende kommen aus 125 Ländern; jährliche Studiengebühren ca. £ 9.000). Für die Hochschulseelsorger/innen ist es oft schwierig, mit den Studierenden in Kontakt zu kommen und ihr Fachgebiet mit dem Glauben zu verbinden. In den 60er und 70er Jahren war dies noch einfacher, da die Studierenden – inspiriert durch die Lateinamerikanische Befreiungstheologie und Basisgemeinden – in eigenen Häusern gewohnt und so kleine christliche Gemeinschaften gebildet haben. Als die Diözese begann, diese Häuser zurückzufordern und für eigene Zwecke benötigten, lösten sich auch diese kleinen Hausgemeinschaften auf und für die Hochschulseelsorge wurde es schwieriger den Glauben mit dem Studierendenalltag zu verknüpfen.




Andrew Willson (anglikanisch) und Rikke Juul (lutherisch)


Heute hat die anglikanische Hochschulseelsorge vor allem Kontakt zur Kunstfakultät (Art & Design). Zum Beispiel besucht der Hochschulseelsorger mit Kunststudierenden das nahe gelegene Victoria & Albert Museum, besichtigt dort Exponate zu speziellen Themen und diskutiert im Anschluss daran mit den Studenten über vorbereitete Fragen. Die Themen dieser Besuche können z.B. Tod, Bestattungskulte, Gebet, Hoffnung, uvm. sein.





Reflexion zum Thema Tod und Begräbnisriten nach dem Museumsrundgang


Der künstlerische Kontakt kann auch in umgekehrter Reihenfolge funktionieren. So hat z.B. eine Studentin ein Projekt gestaltet, in dem Menschen über ein LED-Band ihre Gebete in den Kirchenraum projizieren konnten. Für ein tieferes Verständnis des Gebetes, Altarraumes etc. hat die Studentin die Hochschulseelsorge aufgesucht und sich mit ihnen über theologische Aspekte unterhalten. Den Kontakt zu den Studierenden kann Andrew bei der offiziellen Einführung der Erstsemestrigen knüpfen, wo er vor allem Projekte von Studierenden vorstellt und dazu animiert, mit neuen Projektideen zur Chaplaincy zu kommen. Die Hochschulseelsorge organisiert selbst darüber hinaus kleine „Events“. So gibt es einmal pro Woche eine 15-minütige Meditation in Stille, Tee&Kaffee-Gespräche, Gespräche zum interreligiösen Dialog. Ferner hält die Hochschulseelsorge einmal im Jahr eine Gedenkfeier für alle Körperspender an die medizinische Fakultät. Von der medizinischen Fakultät kam die Anfrage an die Hochschulseelsorge, eine Einheit über Ethik und Religion in der Medizin abzuhalten (wie gehen die einzelnen Religionen mit Tod und dem dazugehörigen Recht um. Was muss z.B. beim Tod eines Muslims beachtet werden). Es gibt also auch auf der fachlichen Ebene eine Zusammenarbeit zwischen Hochschulseelsorge und Fakultäten. Auch auf persönlicher Ebene versucht Andrew in Kontakt zu bleiben, indem er Studierende und Lehrende an ihren Forschungsstätten besucht.



Besuch bei einem Lehrenden auf der technischen Fakultät








Beeindruckend fanden wir, dass die Angebote der Hochschulseelsorge nicht von hunderten Menschen, sondern nur von einer Handvoll Interessierter in Anspruch genommen werden. Trotzdem verzweifeln die Hochschulseelsorger nicht, sondern sehen ihre Arbeit auch als stellvertretenden Dienst für die Studenten. Wenn zur Stille-Meditation z.B. niemand kommt, dann meditieren nur die Hochschulseelsorger/innen alleine für die Studierenden.


Gemeinsames Mittagessen nach der katholischen Messe



Nach diesen Gesprächen mit den anglikanischen Hochschulseelsorgern besuchten wir das katholische Thomas-More-Studentenwohnheim.





Rikke Juul (lutherisch) Miguel Desjardins (röm.-kath)




Im More-House wohnen ca. 80 Student/innen, die neben Unterkunft auch Frühstück und Abendessen gemeinsam einnehmen. Die Studierenden genießen hier vor allem die Gemeinschaftsatmosphäre und die liturgischen und geistlichen Angebote (z.B. eigener Studierenden-Alpha-Kurs). Vom Studierendenwohnheim wird als dritte Säule des Zusammenlebens darüber hinaus noch Engagement eingefordert.



Unterhalten wird das Studierendenwohnheim durch die kath. Gemeinschaft „chemin neuf“, eine ökumenische christliche Gemeinschaft, die sich vor allem für die Einheit der Christen einsetzt und die Überwindung der Kirchentrennungen betet – nähere Infos dazu auf http://www.chemin-neuf.org/.


Die Chaplaincy wird von den Colleges als Serviceeinrichtung gesehen, die die religiösen Bedürfnisse der Studierenden ernst nimmt und sprachfähig macht. Möglich wurde diese Akzeptanz durch die Colleges hauptsächlich dadurch, dass die Chaplaincies eine hohe Kompetenz in allen möglichen Themen und Religionen haben und Netzwerke pflegen.



interreligiöser Gebetsraum

Auch die Mitarbeiter/innen in den Chaplaincies sind interreligiös; im Vorjahr arbeitete hier ein buddhistischer Mönch. Andrew setzte sich besonders dafür ein, dass das College einen interreligiösen Gebetsraum einrichtete. Colleges beteiligen sich an den Aufwendungen für die Chaplaincies finanziell oder indem sie Räumlichkeiten zur Verfügung stellen.

Dienstag, 15. November 2011

Moot


Am Nachmittag trafen wir Revd. Ian Mobsby, den Leiter von Moot – einer neuen monastischen Bewegung in der Anglikanischen Kirche.

Ein kurzer historischer Abriss zum Verständnis: Die Anglikanische Kirche verlagerte die monastische Spiritualität bei ihrer Gründung in die Pfarren und schloss Klöster. Durch die aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen (Individualisierung, Sinnsuche, etc.) haben viele Menschen wieder Sehnsucht nach einer tieferen Spiritualität und suchen Gemeinschaften, wo diese erlebbar wird. Als Rowan Douglas Williams Erzbischof von Canterbury wurde, setzte er einen Schwerpunkt auf die Neuevangelisation, da er eine Lücke zwischen Kultur und Kirche wahrnahm. Um diese Kluft zu schließen, förderte er unter dem Titel „new fresh expressions“ neue monastische Gemeinschaften. Moot ging als eine der ersten Gemeinschaften aus diesem Prozess hervor. Direkt in der Innenstadt von London (Bankenviertel) wurde der Gemeinschaft eine alte gotische Benediktinerkirche übergeben, um dort einen neuen spirituellen Ort aufzubauen.

Das Ziel von Moot ist es, die „De-Churched“ (jene, die sich von der Kirche abgewendet haben) und die „Un-Churched“ (Menschen ohne kirchliche Sozialisation) anzusprechen. Die Mitglieder von Moot wollen dabei Mission betreiben, jedoch niemandem den christlichen Glauben aufzwingen. Vielmehr soll die Gemeinschaft und die spirituelle Erfahrung den Menschen einen Zugang zum Glauben ermöglichen.
Ein Schichtenmodell liegt dem Umgang mit den Menschen zugrunde: Im äußersten Bereich sind all' jene, die auf einer spirituellen Suche sind und aus verschiedenen Motiven kommen: Erstens aus dem Bereich „new age“; zweitens Menschen, die nach einer spirituellen Heilung suchen; drittens vor allem Männer, die ihren Stress und negative Energie abbauen möchten; viertens Menschen, die vor kurzem die Kirche verlassen haben. Angesprochen werden diese Personengruppen vor allem über das Internet (Moot gibt übrigens viel Geld dafür aus, um bei Suchmaschinen ein gutes Listing zu erhalten). Aber auch professionell designte Flyer sollen zu einem authentischen Auftreten beitragen.
hinterer Bereich der Kirche, gemütlich eingerichtet, Tee und Kaffe stehen bereit

Wenn die Menschen sich durch Moot angesprochen fühlen und ernsthaftes Interesse zeigen, erhalten sie einerseits ein in die Tiefe gehendes geistliches, auf benediktinischer und ignatianischer Spiritualität beruhendes Programm, werden andererseits aber auch herausgefordert, sich an diesem aktiv zu beteiligen. So sollen sie sich finanziell, körperlich (z.B. Putzen, Räume vorbereiten) und geistlich (persönliches Gebet, Leitung von gemeinsamen Gebetszeiten) einbringen. Die drei evangelischen Räte von Armut, Gehorsam und Keuschheit sollen von allen Gläubigen in ihrer konkreten Lebensverfassung gelebt werden. D.h.: Stellung des Geldes in der aktuellen Finanzkrise, aufeinander hören und in Gemeinschaft leben lernen, ehrlicher und spiritueller Umgang in Beziehungen.
Der innere Kern von Moot umfasst nur eine Hand voll Personen, diese sind dafür hervorragend qualifiziert. Neben einer akademischen theologischen Bildung verfügen sie auch im medizinischen Bereich über Fachwissen (2 sind Krankenschwestern auf einer psychiatrischen Station, Ian Mobsby hat selbst einen medizinischen Abschluss). Bei schwerwiegenden Problemen verweisen die Mitglieder von Moot jedoch an Fachärzte und versuchen nicht, die Probleme selbst zu lösen oder wegzubeten.
Egal zu welchem der drei Bereiche man sich zugehörig fühlt, haben alle eine/n externe/n geistlichen Begleiter/in, mit der/m sie sich regelmäßig treffen.
Da im Bankenviertel keine Wohnungen vorhanden sind, wohnen die Mitglieder über die ganze Stadt verteilt. Moot ist daher weniger eine Hausgemeinschaft als ein Netzwerk. Einzelne Mitglieder wohnen schon als Gäste in einem Haus der franziskanischen Gemeinschaft. Neben dem schon vorhandenen Netzwerk schwebt Ian Mobsby ein solches gemeinschaftliches Zusammenleben als Zukunftsvision auch für Moot vor. So möchte er außerhalb Londons ein Mutterhaus gründen, in dem einige der Mitglieder in Gemeinschaft zusammenleben können. Für die St Mary Aldermary Kirche im Bankenviertel ist Moot gerade dabei, im Eingangsbereich ein Café einzurichten und im Seitenschiff eine Kunstaustellung zu installieren.
Durch das Café sollen neue Einnahmen generiert werden. Moot ist immer knapp bei Kasse! Doch Ian Mobsby ist voll Zuversicht und Gottvertrauen, dass selbst in dieser „Armuts-Situation“ Menschen auf ihrer spirituellen Suche begleitet werden können und die Gemeinschaft wachsen kann.

Als Abschluss haben wir mit Moot noch die Vesper gebetet.

some facts at the end:
- 60 Mitglieder insgesamt (2/3 de-churched, 1/3 un-churched)
- Alter: 17 bis 84

St Antony's Catholic Church

Unser erster Tagesbesuch brachte uns an den Stadtrand von London, nach „Forest Gate“. Schon beim Weg von der U-Bahn-Station zur Kirche haben wir bemerkt, dass wir uns in einem sehr multikulturellen Gebiet befinden. In den Straßen begegneten wir sehr vielen Ausländern (vor allem Asien und Afrika; viele Muslime) und auch die Läden in den Straßen haben eher an den Nahen oder Fernen Osten als an London erinnert.


Der Priester der katholischen Gemeinde St. Antony’s, Denis Hall, bestätigte diesen Eindruck. Seine Pfarre mit 5.000 Einwohnern (im Dekanat wohnen in 8 Pfarren ca. 20.000 Menschen) befindet sich in einem sozial schwierigen Gebiet, das auch durch Bandenkriminalität etc. gekennzeichnet ist (erst gestern wurde ein Gemeindemitglied angeschossen und liegt an künstliche Versorgung angeschlossen im Krankenhaus). Beeindruckend sind die zahlreichen Nationalitäten, die sich in dieser Kirche versammeln: Die Gemeindemitglieder kommen aus über 100 Nationen und schaffen damit Weltkirche an einem Ort.
Diese Internationalität (vor allem Afrika und Asien) zeigt sich in der Spiritualität (viele beten auf Knien rutschend den Rosenkranz und andere Gebete, zahlreiche Kerzen, …) und findet in der Liturgie ihren Niederschlag: So werden Messen in fast allen Heimatsprachen und auch Heimatriten (Indien) abgehalten. Insgesamt 2.000 Menschen kommen jeden Sonntag in die St. Anthony’s Kirche. Einige Gottesdienstbesucher kommen aus den umliegenden Pfarren, aus dieser Pfarre gehen im Gegenzug einige in die Nachbarpfarren - jedoch ohne Neiddebatten. Es gilt das Motto: Die Menschen sollen in die Kirche gehen, wo ist sekundär.

Direkt neben der Pfarre (einem ehemaligen Franziskanerkloster) befindet sich eine Schule für 1.400 Jungen, in der Nähe eine Schule der Ursulinen für 1.400 Mädchen. Außerdem gibt es eine Parish-Primary School mit 450 Kindern.
Die Sakramentenvorbereitung (die vor allem durch die betagte Ursulinen-Schwester Aidan Rafferty übernommen wird) ist eng an den Schulbetrieb angeknüpft.
- Dritte Klasse Volksschule: Erstkommunion
- Siebte/Achte Klasse: Firmvorbereitung
Interessant bei allen Vorbereitungen für die Sakramente ist die starke Einbeziehung der Eltern. Sie müssen vor der Firmvorbereitung eine Art Zulassungs-Gespräch mit dem Pfarrer führen und dabei um die Spendung des Sakramentes ansuchen. Wie bei der Firmung und der Erstkommunion wird auch bei der Taufe von den Eltern eine religiöse Beteiligung am Pfarrleben (regelmäßig Sonntagsbesuch) erwartet. Sollten die Kinder bzw. deren Eltern die Voraussetzungen nicht erreichen, wird dem Kind bzw. den Eltern höflich mitgeteilt, dass sie noch ein Jahr warten sollten. Die konkrete Vorbereitung erfolgt in regelmäßigen Einheiten, zu denen auch themenspezifisch Gäste (Ordensbruder, -schwester, Ehepaar, …) eingeladen werden. Die Firmung wird alle drei Jahre durch den Bischof vor Ort gespendet, in den anderen beiden Jahren spendet der Pfarrer selbst die Firmung.


Für alle, die zur Katholischen Kirche konvertieren wollen, aber schon in einer anderen Glaubensgemeinschaft die Taufe gültig empfangen haben, gibt es einen 25-wöchigen Vorbereitungskurs, in dem die Themen „Warum konvertieren?“, „Was bedeutet es Katholisch zu sein?“ beantwortet werden müssen. Zusätzlich erhalten die Bewerber Katechismusunterricht.
Das Beichtsakrament wird in der Pfarre sehr gerne in Anspruch genommen. Viele nutzen diese Gelegenheit auch zu einem persönlichen Gespräch über Glaubens- und Moralfragen. Generell sieht Pfarrer Hall in dieser schwierigen Gegend ein großes Bedürfnis nach Orientierung und Leitlinien für ein gelungenes Leben.
Das Sakrament der Eucharistie wird bei allen Messen allen Katholik/innen in beiderlei Gestalten gereicht. Auch eucharistische Anbetung wird einmal pro Woche angeboten.

Pfarrer Hall berichtete uns auch von einigen Jugendprojekten im Gebiet seiner Pfarre. So gibt es seit 15 Jahren das Projekt „Telco“(The East London Communities Organisation), das wohltägige Arbeiten unterstützt und sich der sozialen Probleme in der Region (housing, education, …) annimmt. Zur Vorbereitung der Olympischen Spiele 2012 gibt es in diesem Gebiet zusätzliche Arbeitsplätze. Telco konnte hier einen garantierten Mindestlohn von £ 8/Stunde für die Beschäftigten erwirken. Weitere Infos: http://www.citizensuk.org


Bei unserem Gespräch mit Pfarrer Hall hat uns dieser auch von der positiven Resonanz des Papst-Besuches im Herbst letzten Jahres erzählt. Vor allem die Rede im House of Parliament und in der Westminster Abbey, aber auch seine Reden zur Neuevangelisierung und seine Gespräche mit Vertretern anderer Religionen seien von allen Seiten gewürdigt worden und hätten neue Impulse aufgezeigt.

Einige Facts zum Abschluss:
- die Diözese Brentwood hat 90 Priester in 60 Pfarren; Durchschnittsalter: über 60 Jahre; Mangel an Berufungen - sowohl bei Priestern als auch bei Ordensgemeinschaften
- St. Anthony’s hat jährlich 160 Taufen und nur 40 Hochzeiten (20 davon heiraten in anderen Pfarren).
- aus der anliegenden Schule sind in den letzten Jahren 4 Seminaristen gekommen

Montag, 14. November 2011

Westminster Abbey und Westminster Cathedral

Heute nutzten wir die Möglichkeit, an Messen in den größten Kirchen Westminsters teilzunehmen; um 12:30 Uhr in der anglikanischen Messe in der Westminster Abbey, um 17:00 Uhr an der lateinischen Vesper in der Westminster Cathedral und anschließend an der röm.-kath. Messe dort.

In der Westminster Abbey wurden wir wieder freundlich empfangen und mit einem Gottesdienst-Zettel ausgestattet. Dort hatten wir auch kurz Gelegenheit, mit einer Schwester aus einer im 19. Jahrhundert (wieder-)gegründeten anglikanischen Ordensgemeinschaft zu sprechen, die in der Westminster Abbey Seelsorgerin ist. Im Gegensatz zu ihren Mitschwestern, die zivile Kleidung tragen, trägt sie während dieses Dienstes in der Abbey noch ihr Ordenskleid.

In der Westminster Cathedral war der Großteil der Vesper, der ein in die Jahre gekommener Priester vorstand, in Latein gehalten und wurde von einer Männerschola gesungen, nur die Lesung und die Fürbitten waren in Englisch.
Die Messe, der derselbe Priester vorstand, war traditionell römisch-katholisch und großteils in Englisch. Die Schola sang gemeinsam mit einem Knabenchor, beide am stark erhöhten Hochaltarbereich. Dem Beispiel der Chormitglieder folgend, kommunizierten viele Menschen mit Mundkommunion.

Westminster Abbey



Westminster Abbey wurde 960 n. Chr. als Benediktinerkloster gegründet. Neben ihrer Frömmigkeit waren die Benediktiner auch für die Gastfreundschaft bekannt, mit der sie alle Besucher empfingen.
Die Stiftskirche des Kollegiatstifts St. Peter, Westminster gehört zur Kirche von England, ist aber aufgrund ihrer Funktion keiner Diözese zugehörig, sondern Eigenkirche („royal peculiar“) der britischen Monarchie. Daher wird ihr oberster Geistlicher, der Dekan von Westminster, direkt vom britischen Monarchen berufen.
Am heutigen Standort befand sich ursprünglich die Klosterkirche einer um 750 gegründeten Benediktinerabtei. Wegen ihrer Lage zu der damaligen Stadt trug die Kirche bereits den Namen West Minster (Westmünster). Die eigentliche Westminster Abbey wurde zwischen 1045 und 1065 unter Eduard dem Bekenner im romanischen Stil erbaut. Nach seiner Heiligsprechung 1065, ein Jahr vor der normannischen Invasion Englands, wurde die Abtei geweiht und der König hier beigesetzt. Seitdem Wilhelm der Eroberer hier im Jahr 1066 gekrönt wurde, ist die Westminster Abbey die Krönungskirche des Landes. Des Weiteren befinden sich hier die Grabstätten und Gedenktafeln zahlreicher historischer Persönlichkeiten aus den letzten tausend Jahren der britischen Geschichte.
Westminster Abbey wurde über Jahrhunderte hinweg von Millionen von Pilgern aufgesucht - jetzt auch von uns.
(Texte entnommen aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Westminster_Abbey
und http://www.westminster-abbey.org/visit-us/language/german/welcome-to-westminster-abbey)










Westminster Cathedral

Die Westminster-Kathedrale (Westminster Cathedral) ist die Domkirche des römisch-katholischen Erzbistums Westminster und die Hauptkirche für England und Wales. Sie trägt das Patrozinium Heilig Blut.

Seit das englische Königshaus die Kirche des Landes von Rom getrennt hatte (Anglikanische Kirche), gab es dreihundert Jahre lang keine römisch-katholischen Gotteshäuser in England. Erst im neunzehnten Jahrhundert etablierten sich wieder römisch-katholische Gemeinden. Erzbischof Wiseman (1802–1865) begann mit den Spendensammlungen für den Bau einer neuen Kathedrale. Doch erst im Jahr 1895 konnte er begonnen werden. Eröffnet wurde die Kathedrale im Jahr 1903.
Die Kirche wurde nach Plänen von John Francis Bentley in neobyzantinischem Stil errichtet. Von außen besticht das Gebäude durch die aufwendig gestaltete Fassade aus rotem Backstein im Wechsel mit weißem Portlandstein, die hohe Kuppel und nicht zuletzt durch den für diese Breiten völlig untypischen Campanile (freistehender Glockenturm). Im Inneren überrascht sie durch die Raumwirkung – weite Mittelschiffhalle, schmale Seitenschiffe, dahinter gesonderte Seitenkapellen – und vor allem durch die Mosaiken an Decken und Wänden, die allerdings bis heute nicht ganz vollendet wurden. Diese sowie das Ziborium über dem Hauptaltar sind beabsichtigte Anklänge an frühchristliche römische Basiliken.
(Texte entnommen aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Westminster_Cathedral)

Burdett-Coutts and Townsherd Foundation CE Primary School

Heute besuchten wir die Burdett-Coutts Primary School, wo wir mit Joanne Laufer, School-Deputy (ähnlich Vizedirektorin) sprachen und auch den Head-Teacher (ähnlich Direktor) kurz kennenlernten.


370 Kinder im Alter von 3 bis 11 Jahren (Schulpflichtig sind Kinder in Großbritannien ab 5 Jahren) gehen hier zur Schule; es ist eine der größten Primary Schools in London.

Collective Worship (Lobpreis) gibt jeden Tag 15 bis 20 Minuten, meist in der Pfarrkirche gleich über den Hof; die Schule gehört zu dieser Pfarre.
In den Klassen finden zusätzlich Assemblys statt.
Jeden Dienstag gibt es ein Singing Worship, bei dem die Kinder die Lieder einlernen.
In jeder Klasse ist ein christlicher Worship Place (Gebetsecke) eingerichtet, wo Geschichten aus der Bibel gelesen werden können und selbst geschriebene oder vorformulierte Gebete aufgehängt sind.





Von den Kindern in eigenen Worten geschriebene Glaubensbekenntnisse

Ein/e Klassenlehrer/in ist für maximal 27 Kinder zuständig. Für Kinder mit besonderen Bedürfnissen gibt es Assistenzlehrer/innen.
50 % der Kinder sollen aus Familien kommen, die sich aktiv am Kirchenleben beteiligen. Die Kinder stammen aus knapp 40 verschiedenen Nationen. 20 bis 30 % der Kinder sind Muslime. 30% Fluktuation pro Jahr - in diesem Teil von London ist die Mobilität der Bevölkerung sehr hoch.

40 % der Kinder bekommen das Mittagessen gratis, d. h. ihre Eltern verdienen relativ wenig.
Viele Eltern engagieren sich für die Schule. Es gibt 70 Ehrenamtliche, die mit den Kindern lesen und rechnen üben, etc.




Vorbereitungen für das Mittagessen





Pro Woche gibt es 1 Stunde 15 Minuten Religionsunterricht. Der Unterricht basiert auf christlichem Verständnis, ist aber allen Religionen gegenüber offen und soll den Schüler/innen ein grundsätzliches Verständnis für Religion, religiöse Werte und Handlungen wie beten, etc, näher bringen. In diesem Gegenstand werden z. B. vor dem Hintergrund verschiedener Religionen Themen wie Tod und Leben nach dem Tod behandelt. Die Eltern können die Kinder vom Religionsunterricht abmelden, die Kinder müssen keinen religiösen Ersatzunterricht besuchen. Die Eltern können sich aber auch am Unterricht teilnehmen, um sich über die Lehrinhalte zu informieren. Tatsächlich gibt es aber kaum Abmeldungen.

Auch hier tragen die Kinder fast ausschließlich Schuluniformen. Verpflichtend eingefordert werden kann das Tragen von Uniformen nicht. Falls muslimische Mädchen einen Schleier tragen, sollte dieser in den Farben der Schule sein, was oft nicht ganz der Fall ist.

Zwischen Schule und Kirche können die Kinder in einem Schulhof ihre Pausen verbringen. Es gibt auch eine Dachterrasse, die manchmal für Unterrichtsstunden und auch in den Pausen verwendet wird.


Schulhof



Dachterrasse


am 17.11.2011 besuchten wir nachträglich das Assembling. Hier wurden wir sehr nett empfangen und von Schülerer/innen in die Kirche eskortiert. Unter Beteiligung der Kinder wurde eine Geschichte zum Theme "Helfen, für einander da sein, auch Kleine können etwas bewegen" aufgearbeitet.